Zahnkliniken und Zahnarztzentren

Mikrobielle Diagnostik bei Parodontitis

Bei einer Entzündung des Zahnhalteapparates kommt es auf die gezielte Bekämpfung der verantwortlichen Bakterien an. Diese können wir mit einer mikrobiellen Diagnostik nachweisen. Das Ergebnis ist die Grundlage für die optimale individuelle Therapie.

Parodontitis ist eine Entzündung des Zahnhalteapparates und weit verbreitet in der Bevölkerung. Etwa 80 Prozent sind in mehr oder weniger schwerer Form von der Erkrankung in der Mundhöhle betroffen, ein häufiges Symptom ist Zahnfleischbluten. Bleibt die Entzündung unbehandelt, wird mehr und mehr Gewebe und Kieferknochen rund um den Zahn abgebaut. Durch eine Parodontitis gehen schließlich mehr Zähne verloren als durch Karies.

Spezielle Bakterien sind die Hauptverursacher der Entzündung, die sich mit Vorliebe in „Taschen“ unter dem Zahnfleisch des Zahns verstecken. Die Parodontitis wird durch viele individuelle Faktoren beeinflusst wie Stress, Rauchen, Ernährungsgewohnheiten und Allgemeinerkrankungen. Meist entwickelt sich die Erkrankung langsam über viele Jahre.

Bestimmung von Art und Anzahl der Bakterien

Stellt sich nach der Erstdiagnose mit Tiefenmessung der Zahnfleischtaschen, Messung der Blutungsneigung und Röntgenbildern eine schwere Form von Parodontitis heraus, haben wir die Möglichkeit, mit einem mikrobiologischen Test die Form der Entzündung weiter zu differenzieren. Mit dem Test lässt sich die Art und Anzahl der krankmachenden Bakterien in den Zahnfleischtaschen bestimmen. Das ist wichtig für das weitere Vorgehen in der Parodontitis-Therapie.

Während in den meisten Fällen eine mechanische Therapie, eventuell auch ein chirurgischer Eingriff (Parodontalchirurgie) in den Zahnfleischtaschen, ausreichend ist, wird in bestimmten Fällen zusätzlich eine Antibiotika-Therapie notwendig. Das geeignete Antibiotikum können wir jedoch erst mit dem Wissen um das Vorkommen bestimmter Bakterien auswählen, um bei der Bakterienbekämpfung wirksam zu werden.

Bakterienabstrich aus Zahnfleischtaschen

Der Test ist schnell gemacht und schmerzlos für den Patienten. An verschiedenen Stellen im Mund entnehmen wir bakterielle Abstriche aus den Zahnfleischtaschen. Das geschieht mit Hilfe einer speziellen und sterilen Papierspitze, die für etwa 10 Sekunden in die Zahnfleischtaschen eingeführt wird.

Anschließend können die Proben labortechnisch auf das Vorkommen der Parodontitis-Bakterien untersucht werden. Im Verlauf der anstehenden Therapie sollte der mikrobiologische Test wiederholt werden, um den Erfolg kontrollieren zu können.

Die Pluspunkte des Tests

  • Optimale Behandlungsstrategie: Wir können klären, ob eine rein mechanische Therapie ausreicht oder eine Antibiotikagabe sinnvoll ist.
  • Gezielte Antibiotika-Auswahl: Nur mit der Kenntnis über das Bakterienspektrum können geeignete Antibiotika ausgewählt werden.
  • Behandlungserfolg messbar: Mit wiederholten Tests können wir erkennen, ob die Bakterien erfolgreich bekämpft wurden.